Dienstag, 24. Mai 2016

Breithorn Triftjigrat

Pfingstmontag nach einer längeren Schlechtwetterperiode, nur ein Tag Zeit. Zum Glück sind in Zermatt die Bahnen noch geöffnet und bei dem vielen Schnee in April und Mai rechne ich mir Chancen aus, dass der Ttriftjigrat des Breithorns mal ausnahmsweise kein Blankeis aufweisen sollte. Nach 3 Stunden Zug, 1h Gondel und gefühlt 2000 Indern stehe ich also mit Valery auf dem Klein Matterhorn und schaue etwas skeptisch auf die Windfahnen an den Gipfeln. Auf dem Breithornplateau pfeifts dann auch gehörig, immerhin schwitzt man da schon nicht während man in ausgetretener Spur den Normalweg aufs Breithorn hochschnauft.
Oben windets dann sogar gar nicht mehr so extrem und wir bereiten uns auf die Abfahrt vor. Wie immer bei Onsight Steep Skiing ist die Anspannung ein klein bisschen höher als normal. Man kann ja auch immer wieder hoch klettern wenns nicht geht, rede ich mir ein. Los gehts. Valery traversiert den Grat entlang Richtung Mittelgipfel. Ich rufe ihm hinterher dass er endlich in die Wand abbiegen soll, da es rechts immer eisiger wird. Als er es schliesslich tut, steht er nur 2m nach dem Grat in üblem Hartschnee, und bekommt einen leichten Panikanflug. 45 Grad und Hartschnee ist wenig lustig, auch wenn wir wegn des Plateaus des Hängegletschers noch vor der ganz grossen Exposition geschützt sind. Mit Pickelstock und Eisgerät versucht er sich zu stabilisieren.

 
 

 
 
 
 
 




















Von meinem höheren Standpunkt am Grat aus sieht der Schnee im linken Teil eigentlich recht fahrbar aus. Ich droppe in die Wand und traversieren erstmal ein Stück nach links. Eigentlich gehts gut. Ein paar vorsichtige Sprungturns um mich wieder an die grossen Ski zu gewöhnen, dann stimmt das Gefühl langsam. Ich schaue rüber zu Valery, der sich in den letzten 5 Minuten aber nicht wirklich von der Stelle bewegt hat, und immer noch 2m unter dem Grat steht. Der starke Wind macht die Kommunikation etwas schwer, aber schliesslich verstehe ich dann doch, dass er sich anscheinend seinen Carbonstock abgebrochen hat und deshalb unmöglich weiter fahren kann. Enttäuschung macht sich breit. So ein Aufwand um jetzt umzukehren? Wenigstens die Engstelle nach dem Hängegletscher will ich mir noch anschauen, rufe ich ihm zu und fahre die verbleibenden 50m ab. Mit ein paar weiteren vorsichtigen Turns nähere ich mich der Abbruchkante. Jetzt öffnet sich der Blick nach links auf die Engstelle. Blankeis! Wie befürchtet. Aber eigentlich auch nur 15m und danach siehts pulvrig aus. Ausserdem lassen sich weiter unten auf dem Grat zwei Skispuren erkennen, wohl vom Vortag. Es muss also gehen. Ich überlege. Eigentlich hab ich überhaupt keine Lust nur wegen Valerys skistock wieder hoch zu gehen, und über die stinklangweilige Normalroute zurück zu den Liften zu fahren. Andererseits: ist es vertretbar eine solche Route alleine zu fahren? Andere Alleingänger machen das doch dauernd? Ist man beim Steep Skiing nicht eh auf sich allein gestellt? Außerdem ist die Gondel ja sozusagen in Sichtweite. Ich schaue auf mein Telefon. Voller Empfang. Go. Ich schreibe Valery eine SMS dass ich die Route abfahre und mich in einer Stunde bei ihm melde.
Rechts der 5m breiten Engstelle hängt eine Schlinge in den Felsen, an der man perfekt über die weiteren 20m Blankeis abseilen könnte. Ich bin so fixiert darauf, dass mir überhaupt nicht in den Sinn kommt, dass ich auch an Ort und Stelle eine Eissanduhr zum abseilen fädeln könnte. Ski auf den Rucksack. In weiser Voraussicht habe ich die spitzen Monozacken dabei und die Eisgeräte extra nachgeschliffen. Dass müsste doch easy gehen. Obwohl es nur 5m sind, und nur 45 Grad, wirds eine wacklige Aktion. Das Eis ist etwas spröde und free solo hoch in der Wand umklammert man die Eisgeräte etwas übertrieben fest. Nach ein paar Minuten kann ich mich dann aber in die Schlinge klippen. Es dauert bis ich endlich das Seil ganz unten aus dem Rucksack herausgefummelt hab ohne alles andere Zeug runterzuschmeissen. Der Materialverlust hält sich mit einer Schraube sozusagen noch in Grenzen.Nach 20m Abseilen -zum Glück hab ich ein 60er dabei- wirds dann wieder pulvrig.


Ich traversiere noch 30m weiter nach rechts bis ich schliesslich im grossen Couloir bin. Plattform graben, Ski Anziehen, los gehts. Die 200HM sind traumhaft. 50Grad, und stabiler Pulver. Die 2 Spuren vor Vortag stören nicht. Langsam traue ich mich auch etwas Gas zu geben. Hab ja nicht umsonst die großen Ski dabei. Dann der Drop über den Bergschrund nach dem es ich mich gleich mal fast komplett verbrezelt, als der Schnee unversehens für ein paar Meter auf Bruchharsch wechselt.

Dann kommmt das grosse Plateau und der eigentliche Triftjigrat, der mehr ein breiter Gletscherrücken ist. Im Vorfeld hatte ich grossen Respekt vor Wegfindung und Spalten in diesem Abschnitt gehabt. Bei dieser Schneelage und zwei Spuren wirds aber Cruisen in einmaliger Position. Immer wieder bleibe ich stehen und mache Fotos. Viel zu schnell kommt der letzte Abbruch, bei dem über eine schmale Rampe der große Schlusshang erricht wird. Mit 40Grad und über 300 HM eigentlich eine repektable Wand für sich. Noch ein paar vorsichtige steinige Meter dann kann ichs endlich krachen lassen. Der kompakte Pulver geht schnell in perfekten Sulz über. Bis ich auf 2700 auf dem Theodulgletscher abschwinge. Oh ja.
Was bleibt sind 250Hm Gegenanstieg bis Trockener Steg, 1200Hm Sulzcruisen und 10min Laufen bis Furi, 2000 weitere Inder in der Gondel und 3h Zug nach Zürich. Ein ausgefüllter aber sehr erfolgreicher Tag.

Dienstag, 17. Mai 2016

Aiguille de l'Amone NE Wand



Mit dem 4-tägigen Auffahrtswochenende kommt zum ersten Mal seit langem ein stabiles Hoch. Eigentlich sollte man also lange grosse Touren machen. Dummerweise denkt wohl so ziemlich jeder Aktive der Trendportart Skitourengehen das gleiche und die Hütten sind voll bis unter die Decke. Keine Lust mehr auf sowas. Lieber ein 2000er vom Tal aus. So finde ich mich also mal wieder abends bei Javi in Vollèges in ein, um endlich endlich einen Versuch an der NO-Wand der Aiguille de l’Amone zu machen.
Aufstehen um 3, Frühstück im Auto und um viertel vor vier laufen wir in la Fouly auf 1500 im Val Ferret los. Mit dabei sind noch zwei Skilehrerkollegen von Javi, der Spanier Alex und Will aus England. Nach nur 2 Minuten tragen, schnallen wir die ski an und laufen in stockdunkler Neumondnacht hinein in den grossen l’A Neuve Kessel. Der Schnee ist hart gefroren und die Steigung ist gerade so, dass man keine Serpentinen laufen muss. Entsprechend schnell kommen wir vorwärts und stehen als es langsam hell wird, schon auf 2400 am Anfang des Gletschers.
Endlich kommt auch unsere Route in den Blick, die sich wie eine riesige diagonale weisse Rampe durch die ansonsten felsige Riesenmauer zwischen Mont Dolent und Tour Noir zieht. In der Draufsicht zum Beispiel von der l’A Neuve Hütte gegenüber sieht die Route zum Fürchten aus, so exponiert ist sie. 300m hohe senkrecht wirkende Felsen schliessen die Rampe nach unten ab. Stürzen verboten.


Wie immer ist alles aber halb so wild, wenn man erst mal drunter steht. Ein erster kleiner Steilhang bringt uns an den Bergschrund, den wir noch mit Skiern überschreiten. Dann heisst es Ski aufbinden, Steigeisen an und los, in Falllinie nach oben. Auf den 40cm Neuschnee von letzter Woche hat sich durch den Nordwind leider ein kleiner Deckel gebildet, was das Spuren um so anstrengender macht. Immerhin sind wir zu viert und wechseln uns alle paar Minuten ab, so dass wir überraschend schnell vorwärts kommen. Nach etwa 100m steilt die Wand von 45 auf über 50Grad auf, zum Glück in etwas kompakterem Schnee. Dann folgt eine Linkstraverse in die exponierte aber nur knapp über 45 Grad steile Gipfelwand. Man ist sich der Felsabbrüche darunter bewusst, und es kommt ein gewisses Gefühl der Exposition auf… Wegen der moderaten Steilheit und dem weichen Schnee lasse ich die Pickel aber mal wieder ungenutzt am Rucksack und gehe mit Stock und Pickelstock. Immerwieder kommen Böen die Wand herunter und der Spindrift dringt in jede Öffnung der Kleidung. Immerhin sind die Temperaturen auf diese Weise angenehmer als sonst in besonnten Ostwänden.


Nach nur einundhalb Stunden intensiven Spurens kommt der Grat schon näher und kurz darauf stehen wir auf einer kleinen Platform auf dem Grat. Skidepot. Zum Gipfel führen 5 Meter etwas delikate Mixed Kletterei, dann stehen wir ganz oben. Auf der anderen Seite geht es fast senkrecht hinunter auf den Argentiere Gletscher, und gegenüber leuchten Courtes, Droites und Verte alle auch wunderschön weiss. Was für eine Position.



Wir klettern wieder ab und klicken in die Bindungen. Die ersten 20m rutschen wir noch auf dem Grat entlang, dann stürzen wir uns in die Wand. Der Schnee ist zwar nicht gerade champagne powder aber doch pulvrig genug dass man Gas geben kann. Zwei Minuten später liegt die exponierte obere Wandhälfte auch schon hinter uns und wir traversieren nach links. Der nominal steilste Teil kommt nun, etwa 50 Grad und auch nur 4m breit. Dann öffnet sich der Hang aber wieder und wird richtig pulvrig. Sehr geil. Der obligatorische Sprung über den Bergschrund, bremsen, Kamera raus. Die anderen rasen unter lauten Freudenschreien hinterher. Wir traversieren in die Ostseitigen Gletscherhänge wo uns schon bester Sulz empfängt. Die verbleibenden 1500Hm vernichten wir in knapp 15 Minuten und schnallen um kurz nach 10 fast direkt neben dem Auto ab. Was für ein perfekter Tag!!






Dienstag, 12. April 2016

Dents du Midi - Fortresse Couloir

Nachdem Salome und ich am Samstag beim Aufstieg zur Blüemlisalphütte in dickstem Hochnebel zum Umkehren gezwungen wurden und dadurch einen epischen Sonntag verpassten, muss ich unter der Woche zwingend dafür kompensieren. Zum Glück ist die Skilehrer saison in Verbier nun vorbei, was bedeutet dass Javi Zeit für grosse Projekte hat. Mein GA, sein Haus im Valle de Bagnes und sein Auto eröffnen einen ganze neue Dimension an ambitionierten Touren. Und zwar so wie ich es liebe. Arbeiten bis 4, Anreise am Abend, Socializen mit seiner Family anstatt 100 SAClern auf ner engen Hütte, eine Nacht in einem anständigen Bett mit erholsamen Schlaf und dann eine 2000HM Vollspeedtour. Und ein Tag freinehmen wenn das Wetter passt, ist halt leichter als 2 Tage.
Dass man natürlich verdammt früh aufstehen muss, ist da ja akzeptabel. So fahren wir also in stockdunkler Nacht Richtung Champery, für eine Tourpremiere in der breiten Nordwand der Dents du Midi. Der Start will uns nicht so recht gelingen. Erst scheitert der Versuch mit dem Auto näher an den Schnee zu kommen wegen Lawinenresten auf der Strasse und einer vorsichtigen Rückwärtsfahrt auf der schmalen Waldstrasse. Dann vergeht uns die Motivation als wir schon 4 Autos von Skifahrern am Parkplatz sehen, wo es in Richtung Standardcouloir zur Breche de Doigt geht. Was machen die alle hier an einem Dienstag? Habt ihr keinen Job? Optionen? Die gestrige Zugfahrt hatte mir ja reichlich Gelegenheit zum intensiven Routenstudium auf Camptocamp gegeben, so dass ich nun über jedes der vielen Couloirs Bescheid weiß. Neues Ziel also das Couloir de la Fortresse, die bei Weitem eleganteste Linie der Wand und mit der Bewertung von 5.2 auch ein gutes Stück schwieriger. Doch auch dieses Couloir will hart verdient werden. 400Hm Portage durch den steilen Wald, und noch 600Hm auf Ski ebenfalls nicht ganz flaches Gelände bis in den großen Kessel am fuss der gigantischen Nordwand.
Irgendwann sind wir dann doch am Beginn des Einstiegscouloirs, welches aber reichlich uneben und von lawinen zerfurcht daher kommt. Kaum haben wir die Ski aufgebunden werden wir auch schon von einem Pärchen in Dynafit Rennmontur überholt, die in einem unglaublichem Tempo und mit minimalstem Gepäck anfangen, das Couloir zu spuren. Uns solls recht sein. Nach 300m im Einstiegscouloir kommt die Traverse ins Hauptcouloir welches durch den Felsriegel darunter ganz schön exponiert ist. In teils recht hartem Schnee folgen wir der Spur unserer Vorgänger. Zwei Engstellen stellen sich in den Weg, die aber mit etwas Felskontakt gut überwunden werden können. Je höher wir kommen desto besser und pulvriger wird der Schnee. Auch wenn deutliche Spuren von 2-3 Skifahreren zu sehen sind , welche das Couloir am Vortag an den engen Stellen teilweise ausgeräumt haben. Obwohl wir mit Stock und Pickelstock recht schnell unterwegs sind und die Spur der Vorgänger nutzen können, haben wir keine Chance die beiden einzuholen. Schliesslich kommen wir in die Breche und deponieren die Ski. 10min Mixed Gelände führen uns zum Gipfel der Cathedrale. Die Aussicht ist gigantisch. 2000m tiefer das Rhonetal und der Genfersee. Im Süden die Mont Blanc Berge und im Osten das ganze Wallis.
Wir klettern wieder ab, rasten kurz und bereiten uns für die Abfahrt vor. 1000m Couloir liegen vor uns. Die ersten 300 sind traumhafter Pulver. Nach der ersten Engstelle wirds aber zunehmend härter und die Esposition nimmt zu. Bei rund 50Grad muss man sich schon konzentrieren. Dann die Traverse ins etwas mühsame Schlusscouloir bevor wir in perfektem Sulz aus dem Kessel Richtung Tal cruisen. Die 45 minuten Tragestrecke geben immerhin reichlich Gelegenheit, die Projektliste für die Steepsaison zu besprechen.
1 Bier und eine Millencolin CD später schauen wir von Troistorrent hoch zur Nordwand und dem Couloir de la Fortresse. What a line.

Freitag, 18. März 2016

Fletschhorn Ostwand again

Als ich im April 2014 mit Javi zum ersten Mal in der Fletschhorn Ostwand unterwegs gewesen war, waren wir uns einig, die 'Richie Line' unbedingt nochmal zu fahren. Dann aber früher im Jahr und bei Pulver. Von Simplon Dorf aus lassen sich die 2500 Hm Aufstieg bei Pulver aber realistisch kaum bewältigen. Damit man also eine Chance hat, überhaupt auf den Gipfel zu kommen, muss man von der anderen Seite ran. Zufälligerweise gibts da auch noch eine Gondel bis 3000, so dass ein Eintäger von Zürich drin liegen würde. Der Plan bestand also, und wartete nur noch auf den richtigen Tag.

Die seltene Südostlage hatte der gesamten Nordschweiz einen Winddeckel, der Simplonregion aber 30cm Neuschnee ohne Windeinfluss beschert. Trotz Stufe 3, rechne ich mir also gute Chancen auf sichere aber pulvrige Bedingungen in der Ostwand aus. Mit Valery und Thomas geht es also eines schönen Märzfreitags über Visp, nach Saas Grund und für lumpige 37CHF mit der Gondel nach Hohsaas. Viertel vor 10 laufen wir auf 2800 Richtung Fletschhorn los.

Im Saastal liegt bis 3000m verdammt wenig Schnee, dafür glänzen die Viertausender der Mischabel so weiss wie sonst erst im Mai. Selbst die Nordwände von Lenzspitze und Hohbärghorn sehen fast schon fahrbar aus. Uns ist's recht. Zügig gehts über hart verblasenen Schnee aufwärts. Wir nehmen nicht die Normalroute über den spaltenreichen Grüebugletscher sondern entscheiden uns für einen 300Hm Bootpack an der linken Seite des Gletscherbruchs des Feltschhorngletscher um auf dessen flaches Plateau zu gelangen. So würden wir uns die Traverse des Hauptgipfels sparen und direkt zur Einfahrt am Ostgipfel gelangen. Ausser ein paar Metern mühsamen Bruchharsch geht der Plan voll auf und bietet eine spektakuläre aber effiziente Route.


Am Fletschjoch öffnet sich zum ersten Mal der Blick nach Italien und auf den Lago Maggiore. Immer wieder beeindruckend. Es ist warm und fast windstil. Um 1 sind wir am Skidepot, und nehmen noch schnell Hauptgipfel mit... erster Eintrag im Gipfelbuch 2016.


Wir klicken in die Bindungen und traversieren zum Ostgipfel, wo wir zum ersten Mal einen Blick in die Ostwand erhaschen. Das erste Stück auf dem Hängegletscher des Breitloibgrates ist recht hart und in alle Richtungen verdammt exponiert. Wir entscheiden uns für Abklettern. Nach 50m geht der Hartschnee plötzlich in 30cm lockeren Pulver... oha ... ist das ein gutes Zeichen?



Der Einstieg zum Couloir ist genauso steil wie vor 2 Jahren. 800Hm bricht die Wand ab hinunter zum Bodmergletscher. 2400Hm tiefer sieht man die Simplonstrasse. Da ich eh schon die Steigeisen an hab, kletter ich noch 5m hinunter, um den Schnee dort prüfen zu können. 30cm ungebundener Pulver, darunter eine harte stabile Schicht. Wir beraten uns, und geben ein Go. Ski anziehen bei 50° und Pulver ist wie immer ein Riesenschei..  und braucht viel Sorgfalt. Schliesslich bin ich aber ready to go. Der Schnee ist so gut wie er aussieht. Immer wieder aber auch mal ein Steinkontakt. Obwohl ich die breiten Annex 108 anhabe, traue ich mich nicht richtig Gas zu geben.


Ich erinnere mich, dass man nach 300Hm nach links in eine anderes Couloir wechseln muss. Während sich die anderen also immer noch mit Skianziehen abmühen, checke ich schon mal die Traverse aus, welche leider recht schneefrei aussieht. Wo wir 2014 noch easy rüber gefahren sind, gibts es nun gefrorenen kleinkörnigen Schotter, bei 45° Neigung. Ich versuche es zu Fuss aber ohne Steigeisen und eier gewaltig rum. Recht heikel das ganze. Die letzten 2m wollen überhaupt nicht gehen und ich mache schliesslich einen Drytool-Ausstieg über einen grossen Block nach oben. Die anderen versuchen es mit Steigeisen, Valery genau wie ich, Thomas wesentlich leichter etwas tiefer. Irgendwann sind wir alle drüben und es kann weiter gehen.


Im Rekordsüdwinter 2014 hatte es 2 Engstellen gegeben, die uns im Aufstieg Sorgen gemacht, sich in der Abfahrt aber als fahrbar herausgestellt hatten. Heute sieht es anders heraus. Pulver auf Schotter. Also wieder abschnallen, kurz abklettern, wieder anschnallen. Bei der zweiten Engstelle gibt es Blankeis, und wir seilen 20m ab. Direkt drunter nochmal 3m Blankeis, aber weit und breit kein vernünftiger Abseilfixpunkt. Ich habe die breitesten Ski dabei und traue mir eigentlich die Straightline zu. Kurz konzentrieren, Ski gerade stellen und los. Im 45 Grad Gelände bei eis oder Hartschnee beschleunigt man so schnell wie im freien Fall. Ich habe also schon verdammt viel Speed drauf, als ich nach 10m endlich die Kurve ansetzten kann, und muss schon stark drücken um langsamer zu werden. Die anderen schauen weniger motiviert drein und klettern mit Steigeisen und Pickel ab.



Ein paar grosse Turns und es kommt die kurze Traverse ins Exitcouloir. Mittlerweile ist der Pulver 40-50cm tief. Aus Rücksicht auf die neuen Ski schnalle ich nochmal für 10m ab, bevor sich endlich das Couloirs verbreitert. Noch bleiben uns mehr als 300Hm bis zum Fuss dieser Riesenwand. Der Schnee könnte nicht besser sein, und endlich kann man es auch mal laufen lassen. Der Stoke stellt sich ein als wir schliesslich auf dem flachen Bodmergletscher ankommen. Fett.

Mitterweile ist es halb 5. Das wiederholte an- und abschnallen hat viel Zeit gekostet. Ich weiss aber auch, dass wir bei gutem Schnee die weiteren 1500Hm in 15min fahren können. Un der Schnee ist gut. 30cm Pulver. Kein Windeinfluss. Erst die cruisigen Gletscher- und Moränenhängen, das kurze Steilstück unter dem Bodmerhorn, und dann perfkter lichter Lärchenwald bis hinunter nach Simplondorf. Ultrageil.

Bier und Rösti tröstet uns darüber hinweg, dass wir 1h aufs Postauto warten müssen. Mehrere Bewohner von Simplon-Dorf fragen uns wo wir herkommen würden und schauen ungläubig, als wir Fletschhorn-Ostwand antworten. Warum ich denn so breite Ski habe? Ob das eine Spezialkonstruktion sei? So was bin ich in Engelberg noch nie gefragt worden...

Samstag, 12. März 2016

Gastere-Couloirs hoch 2


Ostern 2013 war ich mit Falko zu ersten Mal ein Couloir vom Hockenhorn ins Gasteretal gefahren. Damals mit 40cm Powder und weit und breit keiner anderen Spur. Das mühsame Schieben durchs viel zu flache Gasteretal hinaus nach Kandersteg gibt reichlich Gelegenheit, die riesige Wand zwischen Hockenhorn und Birghorn nach weiteren Linien abzusuchen. Mindestens 2 dieser 1200Hm Linien sollten fahrbar sein. Dani's Blog gibt schliesslich den Hinweis, wo die Einfahrt zu finden ist.

Nach unserem mittwöchlichem AK-Tag im Canale-del-Emperador hat der Wind vielerorts ganze Arbeit geleistet, und den schönen Pulver gepresst. Wir hoffen trotzdem auf guten Schnee und gondeln von Zürich ins Lötschental und mit der Bahn aufs Hockenhorn. Während der gesamte versammelte SAC Richtung Petersgrat unterwegs zu sein scheint, halten wir uns direkt auf dem Hockenhorn-Ostgrat, um ja keine Höhe zu verlieren. Aufsteigen auf einer Skitour...so weit kommts noch. Eine kurze Felsstufe stellt sich in den Weg, an der aber netterweise ein Fixseil befestigt ist. Dann tut sich auch schon zum ersten Mal der Blick in unser Couloir auf, und nur 30min nach dem Aufbruch stehen wir am Drop-in am P2996.


Die Steilheit ist mit rund 45° auf den ersten 400Hm moderat und die Linie spektakulär. Immer wieder münden von links weitere enge Couloirs, für die aber alle Abseilerei nötig wäre. Leider ist der Schnee etwas inkonsistent. Tragfähiger Deckel wechselt mit Passagen von 30cm Pulver ab. Richtig krassen lassen kann mans also nicht, aber Spass machts trotzdem. In der Wandmitte weitet sich das Couli in einen offenen Hang von knapp 100m. Besonders die 











Mittwoch, 9. März 2016

Canale del Emperador


Übers Wochenende schneit es in der gesamten Schweiz zwischen 40 und 70cm; fast komplett ohne Windeinfluss, da das Tief mehr oder weniger über den Alpen zu liegen kommt. Dazu sonnig und trotz Anfang März richtig kalt. Perfekteste Powderbedingungen also. Während also gefühlt alle den besten Tag der Saison erleben, gehe ich sonntags aus unerfindlichen Gründen mit Sofia nach Elm, wo der Schnee nicht nur schnell verspurt sonder wegen der Südorientierung auch noch ab 11 Uhr schon unfahrbar schwer wird. Dumm Dumm Dumm. Schon am Sonntagnachmittag setzt also das unvermeidliche Stressgefühl ein, etwas verpasst zu haben, und lässt auch am Montag noch nicht nach. Das einzige was hilft ist möglichst schnell ein grosses Projekt bei perfektem Schnee.

 

Ziel: der dolomitenmässige Canale del Emperador auf der Nordseite des Chaiserstuels.

Als es Dienstag noch mal 20cm oben drauf haut und die Lawinengefahr folglich auf erheblich springt, sehe ich meinen Plan schon wieder gefährdet. Den ganzen Tag beobachten wir die Windmessstationen. Nichts regt sich. Ungebundener Powder ohne Windeinfluss ist beherrschbar, solange man auf Sluff Acht gibt. Wir entscheiden uns einen Versuch zu wagen.

 

Gemeinsam mit Valery und Thomas laufen wir bei -10Grad mittwochs morgens an der Bannalp los. Vor uns spurt eine 2er Gruppe den ersten Hang, so dass wir zügig zur Querung unter dem Chaiserstuel kommen. Wir wollen den Sattel an der Einfahrt zum Canale über das Westcouloir erreichen. Der Hang dort hin steilt nun merklich auf und wir diskutieren die Lawinengefahr. Der Schnee ist auf über 40cm locker und ohne kompakte Schichten, so dass wir alle ein Go geben und anfangen zu spuren. Mal in engen Kehren über einen steilen Rücken, dann wieder im Zick Zack durch das Couloir. Die Steilheit schwankt zwischen 30 und 40 Grad. Zweimal schnalle ich die Ski kurz auf den Rucksack als es zu eng für Kehren wird, im Grossen und Ganzen geht der Aufstieg aber gut mit Ski. Je höher wir kommen desto spektakulärer wird das Ambiente. Links und rechts tief verschneite Felsen und Spines dazu der Blick in Richtung Luzern. Nach insgesamt 2h15 sind wir am Sattel. Eine riesige Wächte zeichnet sich ab, die sich aber am linken Rand umgehen lässt. Wir bereiten uns für die Abfahrt vor.

 

Wir befestigen das Seil um einen Block und ich quere gesichert in den Einstiegshang. Ich mache ein paar übertriebene Jumpturns mit dem Seil als Backup, um die Festigkeit des Schnees zu testen. Ausser ein bisschen Sluff rutscht auch beim Herumspringen nichts. Daumen hoch. Ich mache das Seil los und fahre los. 45°, 50cm Powder. Besser geht kaum. Das Couloir ist Grossteils ca. 10m breit. Gerade genug für grosse Turns und 3 Spuren. Nach 150m traversiere ich nach rechts auf einen Rücken und positioniere mich zum Fotoshooting. Thomas kommt und fährt das nächste Stück bis er hinter einem Felsen warten kann. Dann Valery mitsamt GoPro. Nach etwa 2/3 kommt die Engstelle. Auf ca. 30m ist das Couloir nur etwa 3m breit. Wir machen ein paar vorsichtige Turns und stellen dann die Ski gerade. Die Steilheit ist nun moderater so dass man 20m Straightline ausreichend kontrollieren kann. Für weitere 100m öffnet sich das Couloir wieder etwas für ein paar letzte grosse Turns, dann spuckt uns die Schlucht einer nach dem anderen auf die grossen Hänge darunter aus. Sehr, sehr geil. Wie immer bei so perfekten Verhältnissen ist es viel zu schnell vorbei. Mit den grossen Ski fährt man 400Hm halt in nur ein paar Minuten. Egal.

 

In grossen Turns geht’s es den schönen Hang weiter bis ins Tal, und zügig Richtung Oberrickenbach. Im Schatten immer wieder Traumschnee in den Südhängen allerdings mit wenig Unterlage. Um 11.45 sind wir zurück an der Seilbahn. Thomas und ich wollen eigentlich ins Büro – ist ja schliesslich Mittwoch. Aber der Bus fährt erst in einer Stunde. Reicht das noch für einen Run? Nicht ganz für das Couloir aber mit der Seilbahn hoch, noch 200Hm zu Fuss liegt allemal drin. Um 12.30 fahren wir also bei etwa 2100 in den grossen Nordhang ein. Erst offenes Gelände, dann am Waldrand mit sagenhaften Pillows. Wären die letzten 300Hm nicht mit so wenig Schnee, müsste man das eigentlich den ganzen Tag wiederholen. Valery will nochmal hoch aber der hat ja auch keinen Job zurzeit. Thomas und ich lassen es gut sein, nehmen den Bus und sind um halb 3 im Büro. A perfect day.


Montag, 12. Oktober 2015

Zervreilahorn – Braveheart 6c


Schon seit Erscheinen des Extrem Ost Führers schiele ich auf diese fünf Sterne Route. Aber irgendwie klappt es nie. Valery meint, dass es für einen Tag viel zu weit sei, aber zwei Tage am Stück muss man erst mal haben. Da ich die diesjährige Klettersaison aber unbedingt mit einem schönen Projekt abschliessen will, dränge ich weiter auf die Route. Mittlerweile ist es Mitte Oktober und die Nächte sind so kalt, dass Valery auch keine Lust mehr auf biwakieren hat, und schliesslich einem Eintäger zustimmt. Um halb 5 geht’s also in Zürich los, durch schwärzeste Nacht 2h15 bis zum Parkplatz am Zervreila Stausee. Um halb 9 sind wir am Einstieg. 4h Tür bis Einstieg sind schon verdammt viel, aber eigentlich auch nur eine Stunde mehr als an die Graue Wand, ins Rätikon oder in die Wendenstöcke. Eigentlich könnte es nun losgehen aber eine Wolke verdeckt die noch tiefstehende Sonne. Die Temperatur ist um die 0 Grad, der Fels eiskalt. Keine Chance auf schwierige Kletterei. Wir essen, warten und machen Aufwärmübungen. Langsam kommt die Sonne durch und Valery steigt um 9 Uhr 15 in Länge 1 ein.

 

1.SL – 6b. Nach einem etwas komischen Einstieg kommt eine lange Piazschuppe. Recht grosse Griffe und immer wieder ein guter Trittmachen das ganze aber doch recht leicht.

 

2.Sl – 6c. die plattige Linksquerung geht gut, ebenso die beiden folgenden Aufschwünge. War das schon die 6c Stelle? Nein, die scheint jetzt zu kommen. Ein guter Rastpunkt zum klippen. Die nächsten 3m habens aber in sich. Ein kleiner Riss zieht durch die kompakte Platte nach oben, der nach links drei schlechte, runde Fingerkuppen-Seitgriffe bietet. Sonst nix. Die Füsse müssens also richten. Und genau hier beginnt mein Problem. In Erwartung von Risskletterei jeder Breite habe ich meine super gräumigen Sportiva TC Pro Schuhe mit ihrer dicken unsensitiven Sohle an. Kombiniert mit eisigen Zehen fühle ich so gut wie gar nichts und habe ständig das Gefühl abzurutschen. Schlechte Perspektive für einen Reibungsaufsteher fast ohne Griffe. Immer wieder setze ich an, und kletter wieder ab. Für einen kontrollierten Zug müsste ich die Füsse wesentlich höher bekommen, aber es hält einfach alles nicht. Schliesslich versuche ich es mit einem Dynamo an den Henkel oberhalb des Risses. Ich komme zwar hin, aber der Henkel ist leider gar keiner sondern ein Sloper und schon rutschen mir die Füsse weg, Abflug. Valery beschwert sich mittlerweile über seinen unbequemen Hängestand und ich greife schliesslich in die Schlinge. So ein Scheiss. Im Nachstieg steigt Valery die Stelle mit seinem extra kleinen Miuras recht easy durch und sagt man müsse einfach gut auf Reibung antreten. Tja. Hatte ich mir auch gedacht.

 

3.SL – 6b A0/7a+. Wieder eine plattige Länge, diesmal ist aber der Plattenliebhaber dran. Bis zum letzte Bolt ist es schon mal nicht ganz trivial. Valery bedient sich um Vorstieg der Pendeloption zur Kante. Ich versuche es im Nachstieg direkt. Mit viermal Hängen, Schauen und Tritte markieren geht’s irgendwie.

 

4.SL – 6c. Erst einmal ein mühsamer weil etwas heikler Aufsteher auf die schmale schiefe Rampe. Nicht wirklich schwer aber wenn man hier fällt, geht’s zwei Meter direkt aufs Band. Ich zitter mich hoch. Der folgende Riss ist zwar geschlossen, eine kleine Schuppe rechts davon bietet aber genug Griffe zum Piazzen. In der  Mitte werden die Griffe kurz recht klein, dann ist aber schon vorbei.

 

5.SL – 6b. Eine eindrückliche steile Verschneidung stellt sich in den Weg. Versehen mit scharfen Splittercracks ist der erste Überhang aber kein Problem. Nun steht man unter einem kleinen Dach und muss irgendwie nach rechts ums Eck. Auch im Nachstieg recht schwer. Hat man aber erst mal den Fuss oben auf der Leiste, geht’s gut. Danach eine feingriffige Balance Querung nach rechts und etwas Wandkletterei an Löchern und Kristallen.

 

6.SL – 6c. Amerikanisch anmutende Kaminverschneidung. Valery freut sich nicht vorsteigen zu müssen und ich bereite ihn schon mal auf eine etwas längere Standphase vor. Die Seillänge bietet so ziemlich das gesamte Kletterspektrum. Mit einem scharfen Handriss geht es los. hinein in den Kamin. Dieser ist hier noch parallel und mittelbreit so dass man mit Knie-Rücken-Technik eigentlich ziemlich stabil steht. Ich hänge mir mein Zeugs von hinten an die linke Seite des Gurtes arbeite mich langsam höher. Eigentlich geht’s super aber ich weiss nicht recht wohin. Ich erinner mich irgendwo gelesen zu haben, dass man nach links raus müsse. Aber jetzt schon? Die Stelle biete sich an und Gehen würde es schon. Nur in den Kamin zurück käme ich sicher nicht mehr. Ich lege einen kleinen schlechten Cam in der linken Wand und schiebe mich rüber auf die Kante. Und tatsächlich ein wunderschöner Handriss durchzieht die Kante in dem es zügig 5m nach oben geht. Ein Vorsprung rechts vom Kamin lädt zum Spreizen ein und ich gelange zurück in den Kamin, der hier breit genug ist für Rücken rechts und ausgestreckte Beine links. Was fehlt ist eine Sicherungsmöglichkeit. So amerikanisch die Kletterei auch sein mag, wir sind immer noch in der Schweiz. Da muss was sein. Schliesslich entdecke ich den Bohrhaken an der rechten Wand über meinem Kopf (Puh), und zwei weitere 5m und 10m höher oben. Uiuiui. Das wird ein verdammter Runout. Der Kamin wird wieder enger und zudem flaring. Ich versuche es im Kamingrund wo man zumindest einen 3er Cam ab und zu unterbringen könnte. Dafür ist es nun wirklich eng. Rechter Fuss Hell-Toe-Jam linkes Bein Knie. Hält einigermassen aber höher schieben ist mühsam und ich rutsche immer wieder ein Stück ab. Und das jetzt 5m weiter? Panikanflug. Obligatorische Kamine gibt’s in der Schweiz doch gar nicht, es muss irgendwie anders gehen. Ich kletter wieder einen Meter ab und zurück nach aussen zum Bohrhaken. Mit viel Kraft ziehe ich mich um die Ecke auf einen Vorsprung an der echten Wand. Und wieder. Kleine Vorsprünge erlauben ein sicheres Vorankommen in Wandkletterei. Nach weiteren 5 Metern wechselt man nach links, kurz zurück in den Kamin, spreizen und wieder nach links raus. Dann ein kräftiges Finish an der Kante und Mantle zum Stand. What a pitch. Onsight. Dafür aber gefühlt eine Stunde gebraucht. Wenn man weiss wies geht und weniger suchen muss sicherlich auch wesentlich schneller machbar.

 

7.Sl – 6b. Easy Kletterei an der Kante und dann nach links zum Stand. Gerade aus gäbe es zwar einen Traumriss aber links öffnet sich nun der Blick auf den Zick-Zack-Riss.

 

8.Sl – 6c. Spektakuläres Schlussbouquet einer genialen Route. Wie ein grosser Blitz führt der scharfe Riss durch die glatte Wand aus rotem Granit. Wahrlich ein Unikum. Perfect Hands im ersten senkrechten Teil und auch in der Querung nach links. Dann geht’s wieder  nach oben und wird breiter. Da ich eh nicht mehr onsight unterwegs bin, gönne ich mir eine kurze unnötige Verschnaufpause. Mut zusammen nehmen hoch antreten und athletisch an die Kante. Noch ein weiterer Schlüsselmove wartet. An der Kante des Risses packen, irgendwie den Fuss hineinstopfen, links auf gar nix antreten und hoch wo der Riss wieder waagrecht wird. Fuss im Riss höher schieben und zum erlösenden Handjam. Ein paar Piazmoves und Jams weiter ist man am Stand. Sehr sehr geil.

 

Die letzte 5c schenken wir uns und seilen 4 Mal durch die Wand ab. 17 Uhr. Lang gebraucht, was aber vor allem auf die Längen 2 und 6 zu schieben ist. Zügig geht srunter zum See und etwas mühsam über den Gegenanstieg zurück zum Auto. 18.50 los, 21 Uhr in Zürich. Bis ich zu Hause bin wars ein 17h Tag. Viel Aufwand für 8 Seillängen Klettern. Aber was für welche. Nicht komplett onsight aber alles in allem doch OK. Gerne wieder. Schliesslich wartet noch die RP Begehung und es locken links und rechts weitere Traumlinien. Was für ein Berg, was für eine genialer Fels. Und das im Reich des Bündner Brösel-Schiefers.