Sonntag, 9. Februar 2014

Pillowlines im Hinterrheintal

Was macht man wenn es in der Nordschweiz keinen Schnee gibt? Man fährt nach Süden und fährt Lines, die man sonst nur aus kanadischen Skifilmen kennt...






Freitag, 31. Januar 2014

Sonnenhorn 2246 - Januarpowder im Glarnerland

Nach meinem samstäglichen Lawinenerlebnis müssen Curly und ich nicht lang diskutieren, um uns auf eine defensive Tour zu einigen. Kalte Temperaturen und 30cm Neuschnee versprechen aber auch unter 30° Neigung einiges an Abfahrtsspass.

Verhältnismässig spät (10Uhr) starten wir also dienstags von Engi bei Elm im Glarnerland. Auf der Strasse im Mülibachtal liegen schon etwa 15cm Neuschnee, und ab der Gamszwingenhütte auf 1500 sinds dann auch die erhofften 30cm - feinste Qualität versteht sich. In insgesamt 4h spuren wir die 1500Hm über Ober Schwamm und das Heueggliloch aufs Sonnenhorn - oder genauer gesagt den 2226m hohen Gipfel zwischen Sonnenhorn und Gulderstock. Weit und breit kein Mensch, keine Spur, einfach nur Pulverschnee. Die Abfahrt ist wie erwartet der Oberhammer. Vor allem im lichten Wald zwischen 1800 und 1200 eröffnet sich verspieltes Gelände mit Pillows und natürlichen Kickern. Trotzdem sind wir natürlich viel zu schnell wieder unten. Nochmal hoch? naja, Bier ist auch gut, und wir frönem auch diesem noch zur Genüge.




Mittwoch, 29. Januar 2014

Pizzo Molare 2585 - Westwand Erstbefahrung

Gleichmal vorneweg. Ob es wirklich eine Erstbefahrung war, können wir nicht definitv sagen. Ausserdem haben wir es nicht bis ganz zum Gipfel geschafft - warum dazu später.

Schon Montags kommt die email von Nic, wie es mit nem steilen Projekt im Bedretto am Wochenende aussähe. Stoked. Bei der unvergleichen Schneemenge im Süden dieses Jahr muss ja was gehen. Je näher aber das Wochenende kommt, desto stärker wird der Nordwind, und mit wachsender Sorge verfolgen wir wie der Lawinenlagebericht schon Donnerstags auf 3 springt und dann auch dort bleibt. Obwohl der Samstag im Norden Powder verspricht machen wir uns auf Richtung Tessin, allerdings mit dem Ziel Pizzo Molare; mittleres Tessin und damit nur Stufe 2!. Bisschen Pulver geht ja immer, aber für ne Erstbefahrung muss man auch mal riskieren, wieder umzukehren.

Nach nur 1 Minute warten, erwischen wir eine Mitfahrgelegenheit von Faido hoch nach Molare, wo schon etwa 1m Schnee auf allen Hausdächern liegt. Trotzdem macht sich beim Aussteigen schnell Ernüchterung breit: Der Pizzo Molare sieht zwar unglaublich fett aus, aber eine fahrbare Line durch die Felsbänder lässt sich selbst mit viel Optimismus nur schwer ausmachen. Das sah auf dem Foto aus dem Internet alle snoch besser aus, wohl auch weil das untere Wanddrittel fehlt. Wir diskutieren ein paar Ideen, schiessen Fotos und marschieren los in Richtung Wand.

Als wir dann nach 1h aber drunter stehen, verwerfen wir unsere Theorie wieder. No Way, viel zu felsig. Weiter rechts zieht ein Couloir nach oben, aber wo kommt das raus? Kann man in die Wand queren? Wir vergleichen mit den Fotos, und siehe da, man kann.

Über Lawinenreste spuren wir das enge Couloir nach oben. Hartschnee wechselt mit Pulver. Alles gut fahrbar. Nach 200 Hm queren wir nach links und vor uns öffnet sich eine easy Traverse in die Mulde über dem unteren Felsband. Perfecto.


Nun also die Mulde schräg nach links oben. Die Hauptflanke, die wir erreichen wollen, ist durch ein Felsband mit Eisfall von uns getrennt. Wie von unten geplant lässt sich das FElsband aber durch ein weiteres Couli überlisten. ca 70 Hm geht es nun mit aufgebundenen Ski bis 55° nach oben, teilweise eine rechte Wühlerei im Pulver, kurze Querung nach rechts und wir stehen tatsächlich auf der Flanke, die in weiteren 300Hm mit 40-45° direkt zum Gipfel zieht. Strike.

Aus Ski gehts also weiter im ZickZack nach oben. Der Schnee wechselt zwischen seichtem Bruchharsch und Hartschnee. Wir vertrauen aber auf die Sonne, dass alles noch bisschen weicher wird für die Abfahrt. Langsam macht sich Euphorie breit. Wir schaffens tatsächlich. Noch 100Hm vielleicht, die Gipfefelsen sind schon in Sicht. Ich spure und trete ein bisschen fester auf damit die Kanten der 110 unter der Bindung auch genug halt finden. Nic ist etwa 10m hinter mir.

Plötzlich kracht es und der Harschdeckel unter mir sackt etwa 10cm nach unten. Blitzschnell breitet sich der Riss nach vorne aus und der ganze Hang auf dem ich stehe, fängt an zu rutschen. Verdammt. So ist das also, denke ich mir. Ich lass mich nach hinten fallen und drehe mich Gesicht zum Tal. Alles geht in Extra SlowMotion. Ich ziehe den Airbag, der bläst sich zwar auf. Bringt aber nicht viel. Da nur die obersten 10cm rutschen, sitze ich eh auf dem Hintern und rutsche talwärts. Was jetzt? Die Ski hängen recht nutzlos an der zugedrehten Dynafit-Bindung. Aufstehen und Drehen geht nicht wirklich. Ich merke, dass ich ein bisschen steuern kann, wohin ich rutsche. Link oder rechts? beides nicht gut. Alles führt schliesslich in das Eisfall Couloir. Am besten also auf dem Rücken bleiben auf dem ich entlang rutsche. Ich versuche durch Körperspannung Druck auf Arme und Füsse zu bringen, merke wie es langsamer wird und ich schliesslich stoppe. Puh.

Ich schaue hoch und gebe Nic das alles OK Zeichen. 100Hm warens etwa. Erstaunlicherweise ist meine erster Gedanke, dass ich jetzt wieder hoch muss, und ob ich die Ski dazu auf den Rucksack binden sollte. Nic ist da etwas rationaler und entscheidet auf Abbruch. Ich sehe ein, dass das wohl vernünftiger ist und beginne mit dem Versuch , die Luft aus dem  Airbag zu lassen. Ein halbe Stunde später bin ich noch nicht viel weiter und muss erst im Internet nachlesen bis ich schliesslich das Ventil finde. Nic ist mittlerweile zu mir abgefahren und meint nur: 'Jesus must love you', na dann. Irgendwann bin ich dann auch abfahrbereit. Vorsichtig gehts nun also die steile Flanke wieder runter. Ich vertraue dem Schnee nicht mehr so richtig und fahre wohl wenig elegant. Alles in allem geht die Abfahrt inkl der 50° Schlüsselstelle aber recht easy auch wenn der Schnee oftmals nicht die beste Qualität hat. Als dann ganz unten noch 150Hm Deep Powder Treeskiing kommen, fällt langsam die Anspannung ab und ich kanns geniessen.

Von Molare fällt der Blick zurück auf die Westwand. Fette Line, da sind wir uns einig. Erstbefahrung? Gut möglich, Informationen haben wir nicht gefunden, aber was heisst das schon. Wir beginnen mit der Diskussion der Ereignisse und sind auch 3h später in Zürich immer noch dabei, unsere Schlüsse zu ziehen.




Sonntag, 27. Oktober 2013

Chli Bielenhorn - Sacremotion (7a)

Ende Oktober, das Wetter ist immer noch top, und wir entscheiden uns für eine der steilen Granitrouten in der sonnigen Südwand des Chli Bielenhorns. 7 SL nur, das geht also auch in der bewährten langsamen Dreierseilschaft mit wenig Effizienz dafür umso mehr Dummschwätzen am Stand. 
Timm und Andreas kommen nach ihrem verlängertem Elbsandstein-Wochenende mit gestählten Nerven, ich 
nach 4 Wochen ohne klettern und viel Arbeiten mit umso grösseren Ambitionen. Als dann am Einstieg auch noch die Sonne durch die Wolken blitzt, beende ich die lange wer-steigt-was-vor-Diskussion recht egoistisch und hänge mir das Geraffel an den Gurt.



1.SL 6c - gleich mal ein deftiger Kaltstart. Mit einem Untergriffloch quert man vom Schriftzug 2m nach rechts in einen Riss, in dem man hochsteht und die fette Schuppe packt. Diese hochpiazzen bis sich der Riss teilt. Links oben bietet sich ein Fingerriss als Fingerlock oder Seitgriff an, ich kann mich nicht recht entscheiden ob mit rechts oder links, die Unterarme übersäuern immer mehr und ich hänge nach 5 Klettermetern im Seil. Na supi. Andreas' Kommentar dass es sich ohne Onsight Ambitionen ja viel unbeschwerter Klettern liesse, baut mich nur bedingt wieder auf. Anyway. Seitgriff also mit links gepackt, hoch gedrückt, und die Sloperkante nach rechts gequert bis zum nächsten Riss. Diesen hoch, erst kleingriffig oben dann als deluxe Handriss bis zum Stand. (eher 6c+)



2.SL 7a - die Crux für kleine Kletterer kommt gleich nach 3 leichten Metern, ein Spannweiten-Problem um von einem kleinen Seitgriff über die Platte nach links zum Riss zu kommen. 1.80 Ar-Spannweite reichen mir gerade so, leider komme ich mit meiner bescheidenen Spreiz-Beweglichkeit nicht ganz so weit mit den Füssen und stelle mich irgendwo zwischendrin auf eine Reibungsflechte. Abflug. Gott sei dank hatte ich mir den onsight ja eh schon vorher versaut. Nächster Versuch also mit Trittwechsel vor der Flechte geht dann doch viel zu einfach, danach dann gutgriffig den steilen Riss hoch. Die wirkliche Crux kommt dann ganz oben wo man einen Finger-Piaz-Riss an eine runde Kante verlässt und diese hoch zum Stand einfach durchhalten muss. (eher 6c für normal grosse Menschen)

3. SL 6b - man befindet sich nun auf dem Rücken eines riesigen angelehnten Hinkelsteins. zuerst links hoch dann nach rechts queren und in den Rissen an der Rückseite athletisch nach oben bis man zu einem Zwischenstand auf eine eingeklemmten Brücke kommt. 15m weiter oben ist der richtige aber verdammt ungemütliche Stand. Andreas steigt souverän vor. Damit Timm was zu lachen hat, leiste ich mir auch hier noch einen Abflug an einer easy-Stelle. Irgendwas stimmt heute nicht mit der Konzentration. 

4. SL 6c+ - An den scharfen unterschiedlich breiten Rissen zwischen Hinkelstein und Hauptwand geht es nun 30m nach oben, alle Techniken nutzend. Super geil. Wenn die Reise auslaufen, wechselt man nach links um die Kante auf eine abschliessende 15 Reibungsplatte, auf der noch ein paar delikate no-hand Aufsteher warten bis zum Stand. Oh Wunder - sogar für mich eine sturzfreie Länge.



SL 5 - 7 sind 6a Längen, ganz schön zu klettern, teilweise mit etwas gesuchten aber doch spassigen Kletterstellen bis zum Vorgipfel. 4mal Abseilen direkt zu den Schuhen



Fazit: schöne Route, wenn auch vielleicht nicht wirklich 5 Sterne. Von weitem macht die LInie über den grossen Strebepfeiler Sinn, in der Route selbst, hat man öfters zu viele Optionen, so dass es etwas gesucht erscheint. Highlight sind die dritte und vierte SL in den Rissen des Obelisken. Die Schwierigkeitsangaben der einzelnen SL variieren von Topo zu Topo doch erheblich. Unsere Bewertung wäre in etwa: 6c+, 6c, 6b, 6c+, 5c, 6a, 6a

Montag, 30. September 2013

Teufelstalwand - Alpentraum (7a)

Hohe Granitwände aber nicht zu hoch gelegen, damit man auch im Herbst schön im T-shirt klettern kann - da bietet sich das Teufelstal bei Andermatt an. Im Gegensatz zur Benachbarten Schöllenenschlucht gibts hier ausserdem viel Sonne , weniger Winde und vor allem auch keinen Strassenlärm. Timm und Andreas sind deshalb recht leicht für die Tour zu überzeugen. Die zweistündige Zuganreise gibt Timm reichlich Gelegenheit über all die Projekte zu sprechen, die er diesen Sommer wegen ausfallenden Kletterpartnern nicht verwirklichen konnte. Wir versprechen ihm deswegen schon frühzeitig die Schlüssellängen des Alpentraums.

3 mal Abseilen in die Schlucht gibt schon mal reichlich Gelegenheit, die eindrucksvolle Wand auf der anderen Seite zu mustern. Eine Tessiner-Seilschaft beginnt gerade die 'Wilde 13', sonst ist keiner da.

Ich steige den ersten Block vor:
1. SL 6a. easy Warm Up.

2. SL 6c. Steile Fingerriss-Piazverschneidung. Nicht allzu lang aber doch heftig pumpig.

3. SL 6c. Super geiler Handriss, der immer steiler wird und oben dann einen henkeligen Überhang bildet.

4. SL 6b. Geniale Seillänge entlang einer Rissverschneidung, die man am abwechselnd piazt oder ausspreizt, wobei man immer wieder schön stehen kann. Oder natürlich man klettert sie als Körperriss, damit es richtig schwer ist, und man sich auch schön aufschürft. Warum genau Andreas sich das antut bleibt wohl sein Geheimnis.

4. SL. Körperriss vs Ausspreizen
 nun folgt Timms Vorstieg-Block.

5. SL 6a

6.SL 7a. jetzt aber. kniffliger Einstieg und dann an kleinsten Schuppen einer seichten Verschneidung folgen. Fast senkrecht. Man kann immer mal wieder stehen und schütteln. Untergriff-Traverse nach rechts auf eine schräge Rampe, wo man kurz ausruhen kann. Dann erster Schlüsselmove nach links um die Kante herum auf Reibung antreten und wackliger Aufsteher zurück in die Verschneidung an den Beginn der Crux: Ein paar Gegendruck-Moves an einer runden Kante. Timm steigt alles gewohnt souverän und onsight vor. Im Nachstieg schaffe ichs gerade so.


 

7. SL 6c+. 20m entlang einer Verschneidung hochspreizen. Natürlich habe ich als einziger massiv Probleme, weil ich vor allem gegenüber Andreas einen gefühlten Meter weniger weit spreizen kann, deshalb nicht bis zu den gute Tritten komme, und irgendwo dazwischen auf gar nichts stehen muss. Ich sollte mal wieder ins Yoga. Irgendwie schummel ich mich hoch. Die eigentliche Crux, eine paar athletische Untergriff-Moves plus Dynamo an Sloperkante kurz vor dem Stand gehen dann aber recht easy.

 

8-9 SL eher leichte Kletterei.

10. SL 6c. Noch ein mal ein Test zum Abschluss, der mich fast um die Onsight-Begehung bringt. Anstrengende Hangel-Traverse zu Beginn und dann ein kurzer aber steiler und umso kleingriffiger Piazriss. Andreas fällt im Vorstieg 5mal, macht aber munter weiter bis er es schafft, obwohl die Unterarme krampfen. Ich mache erst dumme Sprüche am Stand, tu mich aber dann doch fast genauso schwer und schaffe es mit den letzten Kraftreserven. Timm the machine bemerkt nur wie leicht alles ist, wenn man sauber steht. Danke.

11. SL 5a Auslaufen.

Fazit: Super Route, mit mindestens 6 richtig fetten Längen. Komplett eingebohrt, man braucht wirklich keine Cams. Abstieg in 30min zum Nätschen.




Chli Glatten - Zogä am Bogä 6c

kommt noch

Mittwoch, 25. September 2013

Cadarese Tradclimbing

Mitte September, ein schönes Wochenende, wir stehen nach längerer Anreise auf dem Grimselpass... und trauen unseren Augen nicht. 10cm Schnee, 1°C und ein Wind, dass man gleich wieder ins Auto einsteigt. Wir sind uns relativ schnell einig, dass es wenig Sinn macht, ins Eldorado zu laufen, da die Reibung auf den berüchtigten Plattenrunouts dort durch den Schnee wahrscheinlich nicht besser geworden ist... Alternativplan? Javi argumentiert recht überzeugend für Sonne und billigen Espresso, so dass wir recht bald durchs Goms zurück gen Brig zuckeln, über den Simplon fahren, um dann links ins Val Formazza abzubiegen. Ziel: das Rissmekka Cadarese.

Nach dem obligatorischen 1Euro Espresso sind wir am frühen Nachmittag dann also am Start und fangen mal ganz unambitioniert im gebohrten mittleren Sektor an.

'Nuova Scomessa', 6b, bolted
'Classica', 6b, bolted

Beide Routen eignen sich gut zum einklettern, und sind für Cadarese Verhältnisse ziemlich überbewertet, wohl eher 6a. Mehrere parallele, nicht ganz senkrechte Risse, in denen man aber immer gut stehen kann, und alle möglichen Techniken funktionieren. Beide Routen gehen uns so leicht von der Hand, dass wir schon von 7a onsights träumen... was sich natürlich nicht bewahrheiten sollte.

'Subsonica', 6c, bolted.

Grade noch so onsight. Im mittleren Teil werden die Riss dann doch sehr fingerig, aber man kann in der Verschneidung meist einigermassen stehen. Das Finish dann aber um so geiler, mit atheltischen Moves um die Kante herum und exponiert zum Stand gepiazzt.

Nun also hoch in den spektakulären oberen Sektor, wo ich Javi eine der schönsten 6b ever verspreche: Die 25m Piaz-Schuppe von 'Foghe Cadente'. Tja, die Route ist wahrscheinlich immer noch so geil, allerdings wurden -wie überall im oberen Sektor- im letzten Jahr konsequent alle Bolts entfernt. Eigentlich recht so, schliesslich gibts genug Risse zum sichern. Dummerweise braucht man aber für die Foghe Cadente mindestens 2 4er und einen 5er Cam, wenn nicht mehr. Diese hatten wir, da wir ja eigentlich auf Eldorado eingestellt waren, natürlich nicht dabei.
Bild: Die 25m Piaz-Schuppe von 'Foghe Cadente'

Ich klemme mich schliesslich in die Nachbarroute, geflissentlich überlesend, dass 3 3er Cams ganz geschickt wären.

'Fessura Fallica', 6c+, clean.

Der Phallus-Riss. Erste 10m noch mit super Handriss, dann um die Ecke, bis der Riss zum Faustriss und mehr wird.
Hier kann man nun den 4er Cam platzieren, und sich an den Überhang machen. (Für meine Verhältnisse schmerzend weit) spreizend kommt man drüber. Nun legt sich der Riss etwas zurück und zieht noch ca 15m gleichbleiben breit (big hand) nach oben. Trotz wiederholtem Weiterschieben liegt der letzte meiner beiden 3er Cams nach dem Überhang nun doch schon ein paar Meter zurück, und der 2er lässt sich mit komplett ausgefahrenen Segmenten etwas zu leicht hinundher schieben. Einen sturz hält der nur mit viel Glück... Jetzt gilts also, rückwärts geht nicht mehr. Wir sind ja nicht zum Spass hier. Laut fluchend und schreiend gehts also weiter nach oben. Einen Fuss und den ganzen rechten Arm rechts im Riss, immer weiter. Irgendwann kommt von links ein kleiner Riss hinzu und ich kann endlich einen 0.5er Cam legen, was das ganze doch etwas entspannter macht. Ausserdem lassen sich zumindest ein paar Meter spreizen. Nach einer gefühlten Ewigkeit schaffe ich es also mit den obligatorischen Schürfwunden aber doch onsight bis zur Kette. Strike. Javi glaubt auf Grund meines Geschreis nicht ganz an den Spass den ich hatte und verzichtet dankend auf die Route. Das Topo von Silvain Schüpbach gibt für die Route 6b+ an, die italienischen Topos 6c+, was ich eher unterschreiben würde. Als Material empfehlen sich bis zu 4 3er Cams, um oben raus Nerven zu sparen.
Bild: Blick in den spektakulären oberen Sektor. Fessura Fallica zieht in der Rissverschneidung in Bildmitte nach oben.

Nun also runter zu Bieren ins Restaurant an der Therme.